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Sep 23 2011

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Automatische Twitterlisten

In dem Artikel Follower bei Twitter finden war Tipp #1 “Folgen Sie am Anfang Personen, die Ihnen folgen. ” Tatsächlich werden Sie direkt von Personen angesprochen werden, deren einzige Absicht es ist, selber Follower zu gewinnen und nach dem Motto “Ich folge dir, folge du mir” verfahren. In einem Interview bestätigen die Vertreter von Bing und von Google im Dezember 2010, dass die Reputation von Autoren bewertet und somit bei der Bewertung von Links gegebenenfalls berücksichtigt wird. Interessant ist hierzu das Video von Matt Cutts. Aktuell haben diese Faktoren einen geringen Einfluss, der wohl zunehmen wird. Matt betont dort aber auch, dass letztlich die Qualität von Links und nicht deren Anzahl entscheidend ist.  In diesem Sinne stellt sich für Google natürlich die Frage, wie man die Reputation eines Autors bewertet. Eine Menge Spekulationen über den Einfluss der Anzahlen bei “Following” und “Follower” auf die Bewertung von Links sind seitdem im Web veröffentlicht worden. Überlegen Sie einmal selber welche Autorität Sie einem Autor zumessen, der durch irgendeinen Bot täglich einige Tweets veröffentlichen lässt, Tausende von Followern hat und ebenso vielen Account folgt. Langfristig wird es Ihrem Ansehen jedenfalls nicht gut tun, wenn Sie Spammern folgen. Diese schütten Sie mit Werbemüll zu. Andere twittern selten bis nie und sammeln automatisiert Follower in der Hoffnung, als Gegenleistung verfolgt zu werden und damit Kunden anzuziehen. Nachhaltige Autorität bauen Sie sich damit nicht auf!

Important!

Arbeiten Sie an Ihrer Reputation

Der Steigerung Ihres Ansehens und der Reduktion von Arbeit dient letztlich die Analyse.

Organisieren Sie Twitter-Kontakte in Listen

Zur Erzeugung von Listen verwende ich Formulists. Dieses Tool generiert nach definierbaren Kriterien automatisch Listen von Personen mit Bezug auf Ihr Twitterprofil. Diese Listen werden regelmäßig aktualisiert. Kostenfrei sind zwei Listen, die einmal täglich automatisch aktualisiert werden. Die Anzahl der Listen kann durch Empfehlung auf maximal 7 Listen erweitert werden. In einer Liste können maximal 500 Profile sein. Das sollte machbar sein und für den Anfang reichen. Bei allem Automatismus wird das manuelle, permanente Hinzufügen oder Löschen von Kontakten in Listen immer wieder notwendig sein. Ein Nachteil von Formulists ist, dass bereits existierende Listen nicht in die eigene Listenerzeugung mit einbezogen werden. Weiterhin lassen sich in der Listenansicht maximal 20 Kontakte gleichzeitig bearbeiten. Aber eine andere Lösung ist mir nicht bekannt. Wenn Sie eine kennen, schreiben Sie einen Kommentar.

Formulists Bildschirmkopie

Mein Ergebnis der Listenanlage

Zwei grundlegende Twitterlisten

Zuerst wird eine Twitterliste mit allen Profilen, die in keiner anderen Twitterliste sind, erzeugt. Aus dieser Liste sortiere ich nach Erstellung weiterer automatischer Listen die verbleibenden Kontakte manuell in andere Listen ein. Dann wird eine Liste  meiner Followerangelegt.

Profile in 3 Gruppen einteilen

Gesetzt den Fall, Sie folgen (warum auch immer) einigen tausend Personen. Letztlich kommt es darauf an, unter diesen diejenigen heraus zu finden, die

  • als gute Quelle für Informationen und ihre persönliche Marktforschung dienen können. Hier versorgen Sie sich mit Informationen. Diesen sollten Sie folgen, unabhängig davon, ob die Ihnen folgen.
  • ihre Reputation erhöhen, wenn sie Ihnen folgen. Diese sollten Sie als Follower gewinnen.
  • das Ziel ihrer Bemühungen, also existierende oder potenzielle Kunden sind. Auch diese sollten Sie als Follower gewinnen.

Damit haben Sie drei Töpfe für die unterschiedlichen Aspekte. Ich nenne sie:

  1. Information/Marktforschung
  2. Markenaufbau/Multiplikatoren
  3. Kunden

ABC-Analyse

Wie bereits in einem anderen Artikel beschrieben, führen sie jetzt für jede dieser 3 Gruppen eine ABC-Analyse durch durch. Unter welchem Aspekt Sie Ihre Follows auch betrachten, so können Sie letztlich jeweils drei Unterscheidungen treffen.

A-Klasse

Notwendige Kontakte (20%)

  1. hoher Informationswert, Trendsetter
  2. hohes Ansehen und Empfehlungspotenzial
  3. Kundenkontakte mit hohem Potenzial oder den höchsten Umsätzen bzw. Umsatzerwartungen
Legen Sie Twitterlisten an.

A1 – Information/Marktforschung

Beispiel: Twitterliste mit Profilen, die nicht aus Deutschland kommen (-”Germany OR Deutschland”). Ich gehe davon aus, dass ausländische Profile als Kunden und Empfehler in der Regel nicht infrage kommen, da ich nur auf dem deutschen Markt tätig bin. Diese Profile sind zu einem großen Teil als Informationsquellen wichtig.

A2 – Markenaufbau

Beispiel: Twitterliste von “deutschsprachigen” Profilen, die als Multiplikatoren infrage kommen (regelmäßige Tweets zwischen 1 und 10 Tweet/Tag, letzter Tweet innerhalb der letzten Woche, Follower/Follows zwischen 1 und 10, Germany OR Deutschland).

A3 – Kunden

Woran auch immer Sie Kunden oder potenzielle Kunden festmachen – wie man diese Twitterlisten füllt, ist Gegenstand eines weiteren  Artikels.

B-Klasse

Sinnvolle Kontakte (30%)

  1. mittlerer Informationswert
  2. mittleres Ansehen
  3. Umsatzpotenzial vorhanden

Legen Sie Listen B1, B2 und B3 an.

C-Klasse

Überflüssige Kontakte (50%) - der ganze Rest. Legen Sie eine gemeinsame C-Twitterliste an. Die Tweets von Kunden dieser Liste schauen Sie sich nie an. Nie! 

Abgrenzung der Listen

Versuchen Sie automatisierbare Kriterien zu entwickeln, nach denen Sie Ihre Kontakte automatisch von vorneherein trennen können.  Achten Sie auf darauf, dass kein Kontakt in mehr als einer Twitterliste ist. Wenn Automatismen nicht funktionieren, müssen Sie die Sortierung manuell vornehmen und Kontakte permanent in eine Liste hinzufügen oder entfernen.

Warning!

Pflegen Sie Ihre Kontakte regelmäßig

Wenn Sie sich exakt an die bisherige Vorgehensweise halten, benötigen Sie 9 Twitterlisten. Auf die C-Liste und die Follower-Liste kann man am einfachsten verzichten. Die C-Klasse befindet sich im Zweifelsfalle in der Liste der Kontakte, die in keiner anderen Liste sind. Beenden Sie die Verfolgung der Kontakte aus dieser Liste regelmäßig, es sei denn, es handelt sich um Follower von Ihnen. Die Liste der eigenen Follower können Sie mit Bordmitteln des Twitter-Clients immer einsehen.

Weitere Twitterlisten

Völlig unabhängig von dem bisher gesagten, können Sie im Twitter-Client selber weitere Listeneinteilungen vornehmen. Diese werden von der Gruppenverwaltung in Formulists nicht berücksichtigt.

Darstellung der Ergebnisse

HootSuite - Social Media Dashboard Zur übersichtlichen Gestaltung der resultierenden Listen verwende ich HootSuite. Dieses Programm ist mit TweetDeck vergleichbar und in seiner kostenlosen Version sehr umfangreich. Hier kann man auch Tweets hinterlegen, die zu bestimmten Zeiten versendet werden sollen. Ich verzichte hier auf eine weitere Darstellung der Möglichkeiten. Probieren Sie es einfach aus und haben Sie keine Scheu. Es kann nicht viel passieren. Als Stream habe ich hier von vorneherein nur die A- und B-Twitterlisten sichtbar. Dadurch wird das ganze übersichtlicher, es kommen nicht alle 2 Sekunden neue Tweets und Sie haben die notwenige Zeit für die Bearbeitung der wichtigen Kontakte.

Man erkennt, das nur die Streams der A- und B-Kategorien eingebunden sind. Manuelle Nacharbeit ist nötig. So geben z.B. nicht alle Kontakte ein Herkunftsland an.

Die Timeline sauber halten

BOTPWN - Twitterprofil Spamfrei haltenGrundsätzlich sollten Sie nach meiner Sicht darauf achten, Ihr Profil frei von Bots, Spammern, Autofollowern und Werbeaccounts zu halten. Das sind die Drückerkolonnen des Cyberspace und hochgradig unseriös. Diese Kontakte erzeugen Ihnen zumindest beim Sortieren Arbeit. Der Nutzen für das Ranking ist fraglich. Es mag zwar aus Marketingsicht schön sein, wenn Sie viele, viele Follower vorweisen können. Allerdings sind das für Ihre Tweets tote Kontakte. Oder haben Sie schon einmal versucht, auf eine Spam E-Mail zu antworten? Löschen Sie diese Tweets und deren Verursacher aus ihrem Profil. Damit verlieren Sie zwar Follower, aber die Qualität Ihrer Kontakte wird besser. Empfehlen kann ich Ihnen hier BOTPWN. Ich führe das Programm jedes Mal vor und nach meinen Wartungsarbeiten durch. Nachdem die Kontaktverwaltung nun besprochen ist, werden die nächsten Artikel ab dem 26. September 2011 “Gewinnen von Followern”, “Beziehungspflege” und “Statistische Analysen” besprechen. Abonnieren Sie unseren Newsletter -> er erscheint monatlich und am 15.10.2011 das nächste Mal!

Über den Autor

Rüdiger Kladt

Seit 25 Jahren bin ich im IT- und Internet-Bereich beschäftigt. Seit September 2011 schreibe ich über meine Erfahrungen in meinem Blog zum Marketing im Internet. Ich schreibe für ambitionierte Leute ohne besondere Vorkenntnisse, die selber aktiv werden und Zusammenhänge verstehen wollen, und die Tipps und Anleitungen für Strategie, Konzeption und Realisierung ihrer Internetpräsenz benötigen.

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