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Jan 11 2012

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Suchmaschinenoptimierung – Artikel schreiben, die gefunden werden

Mittlerweile haben Sie eine Vorstellung davon, wie Suchmaschinen grundsätzlich funktionieren.  In diesem Artikel erläutere ich einige Grundsätze, die beim Schreiben eines Artikels beachtet werden sollten. Sie beeinflussen so unmittelbar auf der Artikelseite Faktoren, welche für die Positionierung in Suchmaschinen wichtg sind. Es handelt sich um On-Page-Faktoren.

Notice

Die Wichtigkeit eines Artikels für einen Suchbegriff entscheidet sich auf der ersten Bildschirmseite. Was man dort sieht und was dort auffällt ist wichtig – für Leser und Suchmaschinen. Suchbegriffe, die erst am Ende eines mehrseitigen Textes in der Fußnote auftauchen, können für den angezeigten Artikel nicht sonderlich wichtig sein. Suchbegriffe im Titel, den Überschriften und besonders hervorgehobenen Textteilen am Anfang eines längeren Textes werden als besonders wichtig angesehen. Der Rest ist Beiwerk, durchaus interessant zur Vertiefung und auch wichtig für Optimierungen, aber eben nicht zentral. Überzeugen Sie die Leser möglichst schnell und übersichtlich bereits am Anfang Ihres Artikels, dass sich das Weiterlesen lohnt. Ihr Lohn sind Leser und gutes Ranking.

Zentrale Suchbegriffe

In dem Artikel Begriffsraumanalyse – Artikel schreiben, die gefunden werden wurde erläutert, wie man Suchbegriffe findet, welche

Als Ergebnis Ihrer Begriffsraumanalyse haben Sie fünf Suchbegriffe ausgewählt. Auf diese optimieren Sie Ihren Artikel. An dieser Stelle sei nochmals angemerkt, dass es in der Regel leichter ist, mit Long-Tail-Suchbegriffen eine sehr gute Positionierung in Suchmaschinen zu erreichen. Man nimmt dabei allerdings in Kauf, dass weniger Suchanfragen für diese Suchbegriffe erfolgen.

Regeln zur Suchmaschinenoptimierung von Artikeln

Erwartungshaltung befriedigen

Ein zunehmender Anteil der Besucher kommt auf Webseiten, weil diese in Sozialen Netzwerken von Freunden empfohlen wurden. Aber immer noch kommen die meisten Menschen auf Webseiten, weil sie etwas suchen und Suchmaschinen auf der SERP (Suchergebnisliste) einen Ausschnitt dieser Seite darstellen. Stellen Sie sich vor: Sie wollen sich zum Thema “Wie gewährleiste ich, dass ich mit meiner Website die in Deutschland geltenden Datenschutzbestimmungen einhalte”  informieren. Eine Suchmaschine wie Google liefert auf die SuchanfrageDatenschutz auf der Homepage nach den deutschen Datenschutzbestimmungen” ca. 21 Millionen Ergebnisse und folgenden Ausschnitt auf Platz 1 der SERP.

Textausschnittauf einer SERP bei Google zum Thema Datenschutz

  1. Was erwarten Sie auf der beschriebenen Webseite?
  2. Schauen Sie sich die Seite an.
  3. Was wäre Ihre nächste Aktion?

Klicken Sie jetzt!

Waren Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Fühlen Sie sich umfassend informiert? Ich würde diese Seite sofort wieder verlassen und zur SERP zurückkehren und das nächste Ergebnis wählen. Wenn es Ihnen z.B. bei Facebook passieren würde, dass ein Freund Sie mit falschen Ansagen immer wieder auf irgendwelche Seiten führt, die Sie gar nicht interessieren – was wäre Ihre Reaktion? Sie würden dem Urteil dieses Freundes nicht mehr trauen! Wenn Ihnen das mit der Suchmaschine Ihrer Wahl öfters passiert, wählen Sie irgendwann eine andere. Sie werden nur dem Urteil von Menschen oder Suchmaschinen vertrauen, wenn Ihre Erwartungshaltung, die mit dem Klick auf einen Link verbunden ist, befriedigt wird. Dieses Beispiel macht nochmals die herausragende Wichtigkeit der Metatags Title und Description deutlich. Durch ihre Verwendung in den Textauszügen der SERP prägen Sie maßgeblich die Erwartung, die auf der Landeseite bedient werden muss.

Important!

Befriedigen Sie die die Erwartungshaltung der Besucher auf Ihrer Website.

Dies ist der wichtigste Faktor bei jeder Suchmaschinenoptimierung und mit jedem Update der Suchmaschinen wird dieser Faktor wichtiger! Suchmaschinen können die Zufriedenheit der Benutzer messen. Sie erfassen Verweildauer und Absprungrate. Wer unzufrieden ist, verlässt auf der ersten betrachteten Seite die Website (Absprungrate). Und das nach wenigen Sekunden Verweildauer. Die Optimierung der Nutzbarkeit und die Befriedigung der Erwartungshaltung sind die wichtigsten und nachhaltigsten Aspekte jeder Suchmaschinenoptimierung. Hierzu habe auch schon einen Artikel veröffentlicht. Das letzte Panda-Update von Google rückt diese Auffassung wieder mal stärker in den Fokus (Mehr zum Thema).

Das Wichtigste auf den ersten Blick

Menschen scannen Texte. Praktisch bedeutet dies, das Menschen innerhalb von nur wenigen Sekunden entscheiden, ob die präsentierte Seite für sie von Interesse ist. Dieses Scannen bedeutet für das Schreiben von Artikeln, dass auf der ersten Bildschirmseite das Interesse zum Weiterlesen in ACHT Sekunden geweckt werden muss. Ansonsten sind die Leser futsch. Die folgenden Tipps sind also nicht nur für die Suchmaschinenoptimierung von Interesse.

Gliederung

Titel

Zunächst einmal hat jeder Artikel einen Titel. Der zentrale Suchbegriff steht jedenfalls im Titel. Idealer Weise fängt der Titel mit diesem an.

Zusammenfassung am Anfang

Auf der ersten Bildschirmseite sollte das Interesse der Leser geweckt und diese zum Weiterlesen animiert werden. Wenn Sie mehrere Artikel zu einem Thema verfassen, sollten Sie den Leser wieder abholen, indem Sie auf den letzten Artikel Bezug nehmen. Daran schließt sich eine kurze Zusammenfassung an. Diese sollte die wichtigsten Kernaussagen und die gewählten Suchbegriffe beinhalten. Damit der Text durch den Leser schneller erfasst werden kann, sollten Sie einige Wörter, idealer Weise die Suchbegriffe, durch Fettschreibung o.ä. hervorheben.

Important!

Holen Sie die Leser dort ab wo sie sich befinden und geben Sie einen Überblick über das Folgende

Abschnitte

Gliedern Sie den Artikel in Abschnitte, die jeweils eine Überschrift haben. Wenn Sie verschiedene Blogs durchschauen, werden Sie zwei Trends feststellen:

  1. Autoren organisieren Ihre Themen in sehr kleine Einheiten von ca. einer Bildschirmseite mit wenigen Abschnitten von jeweils 100-150 Worten. Das ganze bekommt dadurch den Flair eines Kastens voller sortierter Karteikarten, die der Reihe nach gelesen werden können. Oftmals sind die Texte sehr reduziert und bestehen aus Formulierungen wie “5 Regeln für…“, “3 Dinge, die Sie vermeiden sollten“, “Die 10 besten Tipps, wenn …” usw. Das hat seine Berechtigung, ist kompakt, informativ und leicht mit Suchbegriffen zu versehen. Als Checkliste bereits nachvollzogener und im Prinzip verstandener Inhalte ist das sicherlich gut geeignet. Ein Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass man diese kleinen, kompakten,  in sich abgeschlossenen Einheiten nacheinander veröffentlichen kann – also viele Seiten produziert. Man erreicht damit auch die Leute, deren Konzentrationsschwelle bei nur wenigen Minuten liegt.
  2. Einzelne Themen werden umfänglich in ihren unterschiedlichen Aspekten behandelt, die Sätze sind ausformuliert. Die Texte weisen eine Strukturierung auf, sind zusammenhängend, erstrecken sich über mehrere Bildschirmseiten und werden als zusammenhängendes Werk veröffentlicht. Die Inhalte eines Themas befinden sich auf wenigen Seiten. Zwischen zwei Veröffentlichungen vergeht mitunter viel Zeit, da lange Artikel natürlich viel Zeit zum Schreiben benötigen.

Für mich persönlich hat der tabellenartige Schreibstil einen unpersönlichen Charakter und den Charme einer Checkliste. Grundsätzlich ist natürlich bekannt, dass die Antwort auf die Frage aller Fragen die Zahl 42 ist ;-) Aber das nutzt Ihnen wenig. Daher finden Sie bei mir eher längere Artikel. Entscheiden Sie, was Ihnen besser liegt – und wie Sie Ihre Zielgruppe besser bedienen.

Gliedern Sie die Inhalte in Abschnitte und Unterabschnitte, wenn sinnvoll hierarchisch. Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung sollten Artikel jedenfalls aus mindestens fünf Abschnitten mit jeweils eigenen Überschriften bestehen.  Die Texte sollten jeweils ca. 100-150 Worte beinhalten. Die gewählten Suchbegriffe und einzelne Worte daraus kommen in den Überschriften vor. Verwenden Sie in den Abschnitten die Suchbegriffe und ändern Sie bei Long-Tail-Begriffen die Reihenfolge der Worte. Der fertige Artikel sollte alle Suchbegriffe, Auszüge daraus und Umstellungen so oft beinhalten, dass ca. 7%-12% des Textes Suchbegriffe sind.

Bilder und Grafiken

Wann auch immer Sie Bilder und Grafiken verwenden, sollten Sie diese mit aussagekräftigen Texten versehen. Da Suchmaschinen nur Text lesen können, sind diese die einzige Möglichkeit, Bildern ein zusätzliches Gewicht im Rahmen der On-Page-Optimierung zu geben. Aber auch für Menschen mit Einschränkungen der Sehfähigkeit sind diese Texte die einzige Möglichkeit, die Bildinhalte zu erschließen.

HTML sieht bei der Verwendung von Grafiken verschiedene Attribute zu deren Beschreibung vor. Die Befüllung dieser Attribute wird von den verschiedenen Web-Content-Management-Systemen (WCMS) unterschiedlich unterstützt. Jedenfalls werden die Angabe der Bildquelle (src) und eine alternative Bildbeschreibung (alt) genutzt. Letztere wird als Ersatz für das Bild verwendet, wenn dieses nicht dargestellt wird. Verwenden Sie aussagekräftige Beschreibungen und Dateinamen. Idealerweise nutzen Sie Suchbegriffe.

Darüber hinaus ermöglicht HTML die Angabe von Titel (title), Namen (name) und einem Verweis auf eine Datei mit einer ausführlichen Beschreibung des Bildes (longdesc). Diese werden von den WCMS oftmals jedoch nicht genutzt. Wenn Ihr System für diese Attribute eine Unterstützung bietet, nutzen Sie diese Möglichkeiten.

Darüber hinaus ist es relevant, in welchem textlichen Umfeld Sie Bilder platzieren.

Important!

Die Bildattribute und die dort verwendeten Texte sollten zu den Texten vor, neben und unter den Bildern passen.

Menü und Sitemap

Websites verfügen in der Regel über Menüs. Durch Anklicken der einzelnen Menüpunkte erreicht man die einzelnen Webseiten der Site. Die Bezeichnung des Menüpunktes sollte Suchbegriffe beinhalten und mit dem suchmaschinenoptimierten Titel der Seite korrespondieren, die man über diesen erreicht.

Sitemaps sind strukturierte Übersichten der Links auf alle Dokumente einer Site. Große Websites haben mitunter mehrere Sitemaps für unterschiedliche Bereiche. Nicht immer werden Sitemaps zu einer Website erstellt. Sie sollten das aber jedenfalls tun. So stellen Sie jedenfalls sicher, dass alle Seiten für Suchmaschinen erreichbar sind. Die meisten WCMS bieten für die automatische Erzeugung von Sitemaps Werkzeuge.

Im folgenden ist ein Auszug der Sitemap zu den Artikeln dieses Blogs dargestellt.

Auszug der Sitemap zu den Artikeln dieses Blogs

Auszug der Sitemap zu den Artikeln dieses Blogs

Anhand der Sitemap erkennen Sie zu welchen Suchbegriffen Inhalte produziert wurden. Bis auf die URL der Site “http://blog.kladt.net/” sollte sie fast nur die wichtigsten Suchbegriffe beinhalten. Wenn Sie die Links verfolgen, sollten die zugehörigen Seiten begrifflich und inhaltlich passen. Was erwarten Sie, wenn Sie z.B. den Link http://blog.kladt.net/suchmaschinenoptimierung-bestandteile-einer-Webseite/ betätigen? Was denken Sie – sehen Suchmaschinen das anders?

Suchbegriffe und zentrale Aussagen zusätzlich hervorheben

Wo auch immer Sie die Möglichkeit haben und es der Lesbarkeit nutzt oder zumindest nicht schadet, sollten Sie Suchbegriffe und zentrale Aussagen zusätzlich hervorheben. Schreiben Sie fett, italic, unterstrichen, größer, farbig. Verwenden Sie andere Schrifttypen.

Ausblick

In dem nächsten Artikel werden die unterschiedlichen Aspekte von internen und externen Links, Linktexten und Backlinks behandelt.

Über den Autor

Rüdiger Kladt

Seit 25 Jahren bin ich im IT- und Internet-Bereich beschäftigt. Seit September 2011 schreibe ich über meine Erfahrungen in meinem Blog zum Marketing im Internet. Ich schreibe für ambitionierte Leute ohne besondere Vorkenntnisse, die selber aktiv werden und Zusammenhänge verstehen wollen, und die Tipps und Anleitungen für Strategie, Konzeption und Realisierung ihrer Internetpräsenz benötigen.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://blog.kladt.net/suchmaschinenoptimierung-artikel-die-gefunden-werden/

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